Musikmesse 2009 – nichts neues im Gitarrenland, oder?!
Laut war es wieder, nervenzerrend, bunt und hektisch. Eigentlich wie jedes Jahr. Vielleicht etwas leerer als sonst. Vielleicht auch ein Zeichen für die Wirtschaft am 03. April 2009. Mit Ralf und Andreas nach einem schnellen Frühstück im Wiener Kaffeehaus von Troisdorf nach Frankfurt gestartet, bestes Wetter, gute Laune und ein schneller Passat. Im Parkhaus Rebstock angekommen, den Bus genommen, ein wenig verlaufen, eben wie jedes Jahr. Die Schlagzeughalle durchkreuzen und sich wundern. Wie hält man diese Art von unfreiwilliger Polyrythmik den ganzen Tag aus, bumm tschak, pffft, pffft? In den Gitarrenhallen endlich angekommen, erst mal nach den üblichen Verdächtigen schauen. Eine erste Anlaufstelle war Taranaki Guitars, wo GW-Forumskollege Rolf Standdienst gemacht hat, nach eigenem Bekunden quasi von 8:00 bis 20:00 jeden Tag. Die St. Blues Gitarren machen einen leckeren Eindruck, ein Rastaman scherzt mit Rolf und spielt Gitarrendieb und wir bekommen jeder noch ein T-Shirt geschenkt. Ich bin ab sofort Vintage Amps-T-Shirt-Endorser. Mein persönliches Highlight ist in den letzten drei Jahren der Stand von Peter Coura, bzw. Kenya Guitars gewesen. So erfrischend anders, so wohltuend, eine Oase der Andersartigkeit auf der Messe. Farbenfrohe Designs, ein eloquenter und freundlicher Chef, ein kenianischer Kaffee, der wohlduftend und -schmeckend sicher auch Tote reanimieren könnte bei Bedarf. Ich muß ihn mal fragen, wo man den herbekommt. Da Steve Lukather schon mal da war und ich ihn noch nie live erlebt habe (außer auf einer Ohne Filter-DVD), sind wir zur Agora Stage, wo neben einem mir leider unbekannten sehr guten Drummer zum Sequenzerplayback noch Simon Philips den Vortrommler für die Steve Lukather Band machte. Steve kam pünktlich auf die Bühne, wohl nicht mehr ganz nüchtern (ca 14.00 Uhr) aber gut drauf. Der Sound war klasse, fett drückende Bass und Schlagzeug (Subkick)-Kombi, tight auf den Punkt gespielt. Die Jungs hatten offenbar viel Spaß, Luke genoss seine Band und gab Gummi. Wieder zurück zu Kenya Guitars, noch einen Kaffee geschnorrt (lecker, zitter, lecker!) und dann Messe begangen, Fotos gemacht, Smalltalk hier und dort, kommt einem alles vertraut, kein Ding, was nicht schon im letzten Jahr da war. Obwohl, nein, das stimmt nicht. Eine wirklich mutige Geschichte brachte Eike Hagen mit der Idee, ein Leslie aus 2 Marshall 4×12″ Cabs zu bauen und das flirrend-rotierend auf der Messe vorzustellen.
Nicht wirklich praktisch, wenn man mind. 4 Roadies und eine grössere Bühne braucht um das Teil benutzen zu können. Herrlich spinnert! Ansonsten war es das auch schon, ESP hübsch bunt, PRS mit einer Regenbogen-Meola-Signature, kein Line6, viel Peavey mit Revalver und grossem Portfolio, eine riesige Gibson-Landschaft, das übliche Fender und Warwick/Framus Entree, mittendrin diese rührigen chinesischen Stände mit Kopien namhafter Gitarren und etwas verunglückter Eigendesigns. Ich hatte aber immerhin schon mal einen Blick werfen können auf den Egnater Rebel 20 und den Vox Nightrain, jeweils mit passenden Miniböxchen. Ich hoffe, die kann ich in Bälde mal selber ausführlich testen. Irgendwie war der Tag schnell wieder vorbei, etwas ermüdet und ermattet geht´s wieder heim, leider ohne Ableton, Apple und Native Instruments besucht zu haben – nächstes Jahr vielleicht!